| Chronik
Senioren-Theater St. Gallen |
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Gründung
durch Elsa Bergmann |
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1977
wurde nicht nur Kurt Furgler Bundespräsident, 1977
hatte Elsa Bergmann, ebenfalls aus St. Gallen, 48-jährig,
ehemalige Altersheim-Leiterin, eine zündende Idee:
ich gründe ein Senioren-Theater. Zwar hatte es
damals bereits in Zürich Theater spielende Senioren
gegeben, aber hier in der Ostschweiz war die Idee neu
und stiess auf Skepsis, auch in der Familie Bergmann.
Was spielen? Es gab doch keine Theaterstücke für
Senioren!
Im stillen Kämmerlein versuchte Elsa Bergmann,
Szenen eines Altersheims zu einem Theaterstück
zusammenzubauen. Auf einen Aufruf in den Medien meldeten
sich 16 Damen und 1 Herr. Trotz allen Zweifeln und Widerständen:
das Stück „Mitenand gohts besser“,
aufgeführt im Pfarreiheim St. Fiden, wurde ein
grosser Erfolg. Die Presse war begeistert, und das Stück
konnte 36 Mal gespielt werden. Das Senioren-Theater
St. Gallen war geboren - dank Elsa Bergmann.
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Ausstrahlung
über die Landesgrenzen |


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Elsa
Bergmann hatte das Flair, ohne entsprechende Ausbildung
weitere Stücke zu schreiben und Regie zu führen,
aber auch Kulissen zu transportieren und zu organisieren.
„Ich liess einfach das Herz sprechen“, schrieb
sie einmal rückblickend, „denn die Sorgen
und Macken der älteren Menschen kannte ich sehr
gut.“ Aber spielend, reibungslos ging das Ganze
nicht. Da waren etwa Stimmen zu hören wie: „Die
wollen sich doch nur zur Schau stellen.“
Immerhin: das zweite Stück, „Mit üs
muess me no rechne“, spielte das Senioren-Theater
St. Gallen bereits 69 Mal. So interessierten sich mehr
und mehr auch die Medien für das Phänomen
„Senioren-Theater aus St. Gallen“. Das Schweizer
Radio berichtete darüber, auch das Fernsehen, ja
sogar das ZDF filmte die Truppe. Die Aufführungsorte
waren nicht mehr auf die Umgebung von St. Gallen beschränkt;
es kamen Einladungen ins Allgäu, nach Nürnberg
und unter anderen sogar Aufführungen in Dänemark
und in Berlin.
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Das
reale Leben und das Theater |


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Die
Stücke Elsa Bergmanns und die Umsetzung auf der
Bühne waren immer eng verbunden mit dem realen
Leben älterer Menschen. Zuweilen war diese Verbindung
ganz wörtlich: Etwa im Stück „Abbruchobjekt
Lindestross 17“, welches die Gründung einer
Alterswohngemeinschaft thematisierte, die tatsächlich
von Mitgliedern des Theaters eingerichtet worden war.
Und das mit 115 Aufführungen meistgespielte Stück
„Ferie uf Mallorca“ 1992-94 hatte zur Folge,
dass 20 Mitglieder des Senioren-Theaters auf Mallorca
miteinander Ferientage verbrachten. |
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Offizielle
Anerkennung |
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1981
durfte Elsa Bergmann von der Stadt St. Gallen den Anerkennungspreis
für Kulturförderung entgegennehmen. 11 Jahre
später erhielt das Senioren-Theater St. Gallen
unter Elsa Bergmann aus 300 Bewerbungen den 1. Preis
der Stiftung „Kreatives Alter“ in der Kategorie
„Künstlerische Darbietungen“, honoriert
mit 10'000 Franken. So wurde das Senioren-Theater St.
Gallen ein Begriff in der schweizerischen Amateur-Theaterszene. |
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Nichts
bleibt, wie es ist |


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In
diesen vielen Jahren musste man nicht nur das Theaterspielen
üben, sondern immer wieder auch das Abschiednehmen
von Frauen und Männern, denen dieses Hobby zu anstrengend
wurde. Einen grossen Einschnitt aber bedeutete es, als
Elsa Bergmann nach 25 Jahren signalisierte, dass sie
sich zurückziehen möchte. Die Fragen wurden
„existenziell“: Wer schreibt in Zukunft
Stücke für ältere Menschen? Wer führt
Regie? Wer kümmert sich um die Kulissen?
Die bisherigen Erfahrungen waren jedoch so überzeugend,
sowohl was das eigene Erleben der Schauspielerinnen
und Schauspieler wie auch das Echo beim Publikum betraf,
dass es keine Frage war: es musste weitergehen
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Die
Nach-Bergmann-Ära |


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Nach
27 Jahren mit rund 1200 Vorstellungen nahm Elsa Bergmann
schliesslich im Jahre 2002 definitiv Abschied von ihren
Ämtern im Senioren-Theater, erfüllte sich
aber noch einen alten Wunsch, nämlich selber eine
Rolle zu spielen. Dies gelang mit ihrem eigenen Stück
„Wellness über alles“ unter der neuen
Regisseurin Brigitte Schwarz, die auch gleich das Präsidium
übernahm. Für die Theatergruppe bedeutete
der Wechsel eine grosse Umstellung, denn jede Regie-Leitung
hat ihren eigenen Stil, und Brigitte Schwarz hatte Erfahrungen
mit der St. Gallerbühne mitgebracht. Neu war auch,
dass mit dem Stück „Mit üs uf kein Fall“
zum ersten Mal ein Textbuch bei einem Verlag eingekauft
werden musste. Das neue Stück wurde ein Erfolg.
Das Jubiläum des 30-jährigen Bestehens 2007
feierte man in der freudigen Gewissheit, dass das Senioren-Theater
St. Gallen weiter lebt.
Mit dem nächsten Stück „Himmel oder
Hölle“ (2006-08) sollte etwas Lebensernst
über die Bühnenrampe hinaus strahlen. Ein
Teil des Publikums allerdings reagierte darauf zwiespältig.
Brigitte Schwarz, die infolge Überlastung bereits
2005 das Präsidium an Hansruedi Käser abgetreten
hatte, trat nach „Himmel oder Hölle“
auch als Regisseurin zurück.
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Von
Regisseurin zu Regisseurin |
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Ab
2008 konnte eine vielseitig ausgebildete Theaterfrau,
Erja Fischer, mit der Regie für zwei Komödien
beauftragt werden: "Öppe e Million" und
"Zuefäll git's". Beide Stücke kamen
beim Publikum sehr gut an und erzielten je fast 60 Aufführungen.
Eine unliebsame Überraschung folgte: die beliebte
Regisseurin zog Richtung Westschweiz, so dass eine Nachfolge
gesucht werden musste. Unter der Leitung der Profi-Schauspielerin
Isabelle Rechsteiner konnte glücklicherweise das
nächste anspruchsvolle Stück "De Lieblingsschüeler"
einstudiert werden. Ihr zur Seite stehen weiterhin die
Regieassistentinnen Claire Bischof und Ruth Weymuth.
Eine knifflige Aufgabe bleibt die Auswahl geeigneter
Stücke, die von Seniorinnen und Senioren überzeugend
auf die Bühne gebracht und als Wanderbühne
realisiert werden können. Trotz populärem
Humor und Gags möchten wir ein gewisses Niveau
halten und nicht in billige Schwänke abdriften.
Und ebenso im Sinne unserer Gründerin Elsa Bergmann
sind uns Kameradschaft und Teamgeist wichtig.
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